Eine Verschwörungstheorie erkennt man am besten, wenn man selbst eine baut.
Suche Dir ein echtes Ereignis aus. Im nächsten Schritt wählst Du, wer dahintersteckt und warum. Dann gehst Du durch die vier Schritte, die echte Verschwörungstheoretiker:innen nutzen — mit einer Auflösung neben jedem Schritt.
Mach aus Zufall Beweis für einen geheimen Plan.
Zieh Linien zwischen unzusammenhängenden Punkten, bis sie bedeutsam wirken.
Wenn ein Fakt widerspricht, mach ihn zum Teil der Vertuschung.
Weise Menschen ab, die Schwächen deiner Theorie zeigen.
Am 26. September 2022 registrierten Seismologen in Skandinavien zwei Unterwasser-Explosionen, die kurz darauf an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 als großflächige Lecks sichtbar wurden. Drei der vier Stränge waren beschädigt; ein gewaltiger Methanaustritt wurde an der Wasseroberfläche dokumentiert. Schweden, Dänemark und Deutschland leiteten getrennte Ermittlungen ein.
Anfang Mai 2015 fiel im Datennetz des Deutschen Bundestags auf, dass von außen Daten abflossen. Die Verwaltung schaltete schließlich das Netz tagelang ab; ganze Teile der IT mussten neu aufgesetzt werden. Schätzungen zufolge wurden mehrere zehntausend Dokumente entwendet — darunter auch aus den Büros von Abgeordneten und Ausschüssen.
Eigentlich sollte der neue Hauptstadtflughafen BER schon 2011 in Betrieb gehen. Stattdessen folgten neun Jahre Verzögerungen: Eine fehlerhaft geplante Brandschutzanlage musste mehrfach umgebaut werden, Kabelschächte waren überlastet, Türen ließen sich nicht zuverlässig schließen. Mehrere Geschäftsführer wurden ausgetauscht; die Eröffnung wurde sechsmal verschoben.
Am 26. September 2021 fielen die Bundestagswahl, die Berliner Abgeordnetenhauswahl, mehrere Bezirksverordnetenversammlungen sowie ein Volksentscheid und der Berlin-Marathon auf einen einzigen Tag. In zahlreichen Wahllokalen gingen die Stimmzettel aus oder waren für andere Wahlkreise gedruckt; manche Lokale schlossen erst lange nach 18 Uhr — zu einer Zeit, in der Prognosen längst veröffentlicht waren.