Verschwörungstheorien folgen vier Schritten.
Die Schritte sind voneinander unabhängig. Man kann sie auf jedes Ereignis anwenden — auf echte Verschwörungen ebenso wie auf ausgedachte. Wer die Schritte benennen kann, erkennt sie wieder. Ausführlich beschrieben sind sie in diesem Blogpost.
Auffälligkeiten suchen
Aus Zufall wird Beweis für einen geheimen Plan.
Suche rätselhafte Details oder Widersprüche in der offiziellen Erzählung. Behaupte, sie würden die offizielle Version widerlegen. Du „stellst nur Fragen“ — und weil keine Erklärung eines Ereignisses jemals lückenlos ist, geht das leicht.
Das verräterische Muster. Echte Ermittler:innen prüfen die Ausgangswahrscheinlichkeit: Wie oft tritt ein solcher Zufall einfach so auf? Verschwörungstheoretiker:innen sammeln Auffälligkeiten und überspringen diese Frage.
Verbindungen erfinden
Ziehe Linien zwischen unzusammenhängenden Punkten, bis sie bedeutsam wirken.
Erfinde „Beweise“, die deine Schuldigen belasten. Konstruiere verdächtige Verbindungen zwischen der offiziellen Geschichte und deinen Schuldigen — je dichter das Netz wirkt, desto besser.
Das verräterische Muster. Über sechs Ecken ist auf der Welt jeder mit jedem verbunden. Eine Sechs-Glieder-Kette als Beweis zu behandeln, ist ein Kategorienfehler: Die Verbindung existiert in jede Richtung, nicht nur in der hervorgehobenen.
Gegenbeweise abwehren
Wenn ein Fakt widerspricht, mach den Fakt zum Teil der Vertuschung.
Behaupte, jeder entlastende Befund fehle, weil die Verschwörer:innen ihre Spuren verwischt hätten — und jeder scheinbare Gegenbeweis sei untergeschoben, um Wahrheitssucher:innen in die Irre zu führen.
Das verräterische Muster. Wenn Gegenbeweise zu weiteren Beweisen für die Verschwörung umgedeutet werden, ist die Theorie unfalsifizierbar geworden. Jede Widerlegung erweitert nur den Kreis der Verschwörer:innen.
Kritiker:innen diskreditieren
Weise Menschen ab, die Schwächen deiner Theorie zeigen.
Kritiker:innen kann man auf verschiedene Weisen abtun: als leichtgläubige Mitläufer:innen, als manipulierte Werkzeuge oder als bezahlte Handlanger:innen der Verschwörer:innen selbst.
Das verräterische Muster. Die Verschiebung der Kritik von der Sachebene auf die Person lenkt die Frage von „stimmt das?“ auf „wer fragt da?“ um. Echte Ermittler:innen begrüßen Kritik; Verschwörungstheoretiker:innen behandeln sie als weiteren Beweis der Verschwörung.