Eine 15-Minuten-Stunde zum Erkennen von Verschwörungstheorien.
Der Conspiracy Generator ist für den Unterricht gemacht. Die Übung ist kurz, praktisch und passt in das Aufmerksamkeitsfenster, das Schüler:innen einer einzelnen Schlagzeile schenken. Diese Seite ist der Unterrichtsentwurf — am Bildschirm lesen, oder über die Schaltfläche oben als PDF drucken.
Hinweis: Der druckbare Stundenentwurf liegt zurzeit nur auf Englisch vor.
Warum das funktioniert
Die wirksamste Abwehr gegen verschwörungstheoretisches Denken ist, selbst eine Verschwörungstheorie zu bauen. Wenn Schüler:innen die vier Schritte einmal selbst angewendet haben, erkennen sie sie beim nächsten Mal wieder. Ein Vortrag darüber, warum Verschwörungstheorien falsch sind, erreicht wenige; die Erfahrung, eine zu bauen, erreicht fast alle.
Die vier Schritte — Auffälligkeiten suchen, Verbindungen erfinden, Gegenbeweise abwehren, Kritiker:innen diskreditieren — sind auf der Schritte-Seite mit Beispielen und dem verräterischen Muster jedes Schritts beschrieben. Vor der Stunde einmal lesen.
Der 15-Minuten-Plan
Aufbauen
Den Conspiracy Generator auf dem Beamer öffnen. Den Schüler:innen die Startseite zeigen und kurz erklären, was sie gleich sehen. Die Schritte-Seite noch nicht laut vorlesen — die Schritte lernen sie, indem sie sie passieren sehen.
Gemeinsam die Zutaten wählen
Die Klasse stimmt über ein Ereignis, eine:n Schuldige:n und ein Motiv ab. Etwas wählen, das die Klasse breit kennt — eine aktuelle lokale Geschichte, eine wissenschaftliche Entdeckung, ein Sportmoment. Die drei Zutaten passen absichtlich nicht zueinander; genau dieser Bruch ist Teil der Pointe.
Durch die vier Schritte gehen
Das Werkzeug führt Schritt für Schritt durch je einen Schritt pro Bildschirm. Für jeden: kurze Einführung lesen, eine Idee anklicken, den erzeugten Absatz lesen, dann die Auflösung. Nach jedem Schritt halten und die Diskussionsfrage unten zu diesem Schritt stellen (eine Minute, nicht länger).
Die Schlussfrage
Sobald die zusammengebaute Theorie da ist, fragen: Auf welchen der vier Schritte wärst Du am ehesten reingefallen? Die meisten Schüler:innen nennen denselben Schritt. Auf den ist im Alltag zu achten.
Diskussionsfragen
Eine oder zwei auswählen — sie passen zwischen den Schritten oder nach der zusammengebauten Theorie.
- Welcher der vier Schritte wirkte am überzeugendsten? Warum?
- Welche echten Belege würden Deine Meinung zu der Theorie ändern, die Du gerade gebaut hast?
- Was unterscheidet Schritt 02 (Verbindungen erfinden) davon, wie eine echte Journalistin oder ein Historiker Belege verknüpft?
- Wo hast Du Schritt 04 (Kritiker:innen diskreditieren) in echten Auseinandersetzungen gesehen?
- Wähle ein Ereignis, das Du gut kennst. Probier die vier Schritte selbst aus, bevor Du die erzeugte Theorie liest. Vergleiche dann.
- Was sind die legitimen Kritiken an öffentlichen Institutionen? Wie unterscheiden sie sich von den Vorwürfen einer Verschwörungstheorie?
Was Schüler:innen mitnehmen
- Die vier Schritte, mit Namen.
- Das verräterische Muster jedes Schritts — warum es bei flüchtigen Leser:innen wirkt.
- Eine Intuition dafür, dass sich für ein Ereignis viele unterschiedliche Verschwörungstheorien bauen lassen — die meisten nach demselben Rezept.
- Einen schärferen Reflex, „stimmt das?“ statt „wer ist dagegen?“ zu fragen.
Im Unterricht ausprobiert? Wir hören gern, wie es lief — schreib uns.