Eine Verschwörungstheorie erkennt man am besten, wenn man selbst eine baut.
Suche Dir ein echtes Ereignis aus. Im nächsten Schritt wählst Du, wer dahintersteckt und warum. Dann gehst Du durch die vier Schritte, die echte Verschwörungstheoretiker:innen nutzen — mit einer Auflösung neben jedem Schritt.
Mach aus Zufall Beweis für einen geheimen Plan.
Zieh Linien zwischen unzusammenhängenden Punkten, bis sie bedeutsam wirken.
Wenn ein Fakt widerspricht, mach ihn zum Teil der Vertuschung.
Weise Menschen ab, die Schwächen deiner Theorie zeigen.
Am 26. September 2022 registrierten Seismologen in Skandinavien zwei Unterwasser-Explosionen, die kurz darauf an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 als großflächige Lecks sichtbar wurden. Drei der vier Stränge waren beschädigt; ein gewaltiger Methanaustritt wurde an der Wasseroberfläche dokumentiert. Schweden, Dänemark und Deutschland leiteten getrennte Ermittlungen ein.
Bei Cum-Ex-Geschäften bewegten Banken, Anwaltskanzleien und Investor:innen Aktien rund um den Dividendenstichtag derart, dass sich mehrere Beteiligte eine Kapitalertragsteuer erstatten ließen, die in Wahrheit nur einmal an den Staat gezahlt worden war. In Deutschland fanden diese Geschäfte vor allem zwischen 2005 und 2012 statt; Schätzungen zum Schaden bewegen sich im zweistelligen Milliardenbereich.
Wirecard war jahrelang als deutsches Fintech-Wunder gefeiert worden und stieg 2018 in den DAX auf. Im Juni 2020 musste der Konzern einräumen, dass 1,9 Milliarden Euro, die angeblich auf philippinischen Treuhandkonten lagen, gar nicht existierten. Innerhalb weniger Tage meldete das Unternehmen Insolvenz an — der erste Komplettausfall eines DAX-Konzerns seit Jahrzehnten.
Am 26. September 2021 fielen die Bundestagswahl, die Berliner Abgeordnetenhauswahl, mehrere Bezirksverordnetenversammlungen sowie ein Volksentscheid und der Berlin-Marathon auf einen einzigen Tag. In zahlreichen Wahllokalen gingen die Stimmzettel aus oder waren für andere Wahlkreise gedruckt; manche Lokale schlossen erst lange nach 18 Uhr — zu einer Zeit, in der Prognosen längst veröffentlicht waren.